Antioxidantien, freie Radikale und was sie für deine Haut bedeuten

Wenn es um die Hautpflege geht, werden uns manche Buzzwords nur so um die Ohren gehauen. Ein paar davon sind Antioxidantien, freie Radikale und oxidativer Stress. Das eine ist gut, das andere schlecht, soviel ergibt sich meist aus dem Kontext. Aber was genau steckt eigentlich hinter diesen Begriffen? Und wie wirkt sich dieses Dreigestirn auf deine Haut aus? Da zeigt sich schnell, hier geht es um mehr als fancy Pflegesubstanzen.

 

 Antioxidantien, freie Radikale und was sie für deine Haut bedeuten | Five Skincare

Wenn der Stoffwechsel Stress macht

Hast du es bequem? Sehr gut, denn heute geht es ein wenig in die Tiefe. Um das Zusammenspiel von Antioxidantien, freien Radikalen und oxidativem Stress zu beleuchten, tauchen wir in unsere Stoffwechselprozesse ein. Stoffwechsel meint hier nicht nur die Verdauung des Frühstücks-Müslis, sondern alle chemischen und physikalischen Umwandlungen von Stoffen im Körper. Diese Prozesse laufen nonstop ab, überall.

Sie machen aus Sauerstoff, Fetten, Proteinen etc. brauchbare Endprodukte. Dabei fallen auch Zwischenprodukte an, unter anderem freie Radikale. Das sind angriffslustige kleine Kerlchen, die aber durchaus ihren Wert haben. Als Teil der Immunabwehr lassen sie ihre Aggressionen an Eindringlingen aus. Problematisch wird es, wenn sie überhandnehmen. Dann treiben sie nämlich an körpereigenen Bausteinen ihr Unwesen.

⚡️ Blitzschnell erklärt: Attackieren außergewöhnlich viele freie Radikale den eigenen Körper, spricht man von oxidativem Stress. Die Antioxidantien wirken dem entgegen, weshalb sie auch als Radikalfänger bezeichnet werden – so schließt sich der Kreis.

Was sind freie Radikale überhaupt?

Freie Radikale sind Sauerstoff-Moleküle, also winzige Verbindungen aus mehreren Atomen, die aber nicht ganz vollständig sind. Sie haben ein ungepaartes Elektron, das ganz akut auf Partnersuche ist. Dabei sind sie alles andere als wählerisch und nehmen einfach das nächstbeste. Nun schwirren einzelne Elektronen aber nicht fröhlich herum. Sie sind normalerweise Bestandteil anderer Moleküle. Deshalb geht das freie Radikal nun auf Raubzug.

Das fehlende Elektron wird einfach anderswo herausgerissen. Dabei macht es für das freie Radikal keinen Unterschied, ob ihm ein feindlicher Virus, eine Fettsäure oder eine gesunde Körperzelle zum Opfer fällt. Das angegriffene Molekül setzt wiederum eigene freie Radikale frei. Das löst eine Kettenreaktion aus, die ohne entsprechende Gegenmaßnahmen aus dem Ruder läuft. Nehmen diese aggressiven Sauerstoff-Moleküle überhand, sprechen wir deshalb von oxidativem Stress.  

Wie wirkt sich oxidativer Stress auf die Haut aus?

Heutzutage ist unsere Haut quasi nonstop freien Radikalen ausgesetzt, leider. Als Resultat treibt oxidativer Stress von der äußeren Schutzbarriere bis zu den unteren Hautschichten sein Unwesen. Es beschleunigt die Hautalterung und begünstigt Hauterkrankungen.

☠️ Zelltod: Wenn freie Radikale der Membran gesunder Hautzellen Elektronen entreißen, kann das den Zellstoffwechsel verändern und die Zelle von innen zerstören. 

🥑 Lipide: Sie attackieren Lipide, die für die Schutzfunktion der Haut dringend benötigt werden. Ohne einen ausreichenden Nachschub, kann sich die Hautbarriere nicht effektiv regenerieren.

🥚 Proteine: Oxidativer Stress führt zum Abbau von Keratin, Elastin und Kollagen. Ohne diese “raumgebenden”“ Eiweiße verliert die Haut an Fülle und Spannkraft.

🩺 Erkrankungen: Oxidativer Stress stößt auch außerhalb der Zellen Stoffwechselreaktionen an, die Hautkrankheiten auslösen können.

Kurz gesagt, wirkt er gleich mehrfach schädigend auf deine Haut: Er behindert die Regeneration, zerstört gesunde Zellen und setzt degenerative Prozesse in Gang. Doch wann und wieso nimmt dieser Stress überhand?

Wodurch besonders viele freie Radikale entstehen

Freie Radikale werden als normales Stoffwechselprodukt vom Körper selbst gebildet. Allerdings kann diese Produktion durch äußere Einflüsse stark beschleunigt werden. Das trifft vor allem dann zu, wenn der Körper Schadstoffe neutralisieren muss, zum Beispiel aus der Luft oder Zigarettenrauch. Laut Gesundheits-Lexikon entstehen bei einem Lungenzug rund hundert Mal mehr freie Radikale als du Körperzellen besitzt. Und bei der Entgiftung des Teers werden noch weitere gebildet. Raucherhaut ist nicht umsonst sprichwörtlich.

Aber auch andere Faktoren treiben die Entstehung freier Radikale in die Höhe. Zu den Wichtigsten gehören:

Na klar müssen wir essen, wollen mal die Sonne sehen, und wenn du Medikamente benötigst, dann bitte nicht aufhören wegen der freien Radikalen! Ich will dir auch auf keinen Fall vom Sport abraten. Hier ist nur ein gesundes Maß wichtig, also langsam anfangen, dich nicht überfordern und Training mit gesunder Ernährung kombinieren – dazu unten mehr. 

⚖️ Fazit: Achte bei diesen Faktoren besonders gut darauf, oxidativen Stress durch Antioxidantien auszugleichen.

Also was genau sind Antioxidantien?

Jede Geschichte braucht einen Helden und hier sind es die Antioxidantien. Wir steigen in die Szene ein: Oxidativer Stress nimmt überhand. Gesunde Zellen und Moleküle sehen sich von freien Radikalen umringt. Sie haben es auf ihre Elektronen abgesehen, ohne die sie nicht funktionieren. Doch da kommt Rettung! Antioxidantien mischen sich ins Getümmel und flicken die freien Radikalen, indem sie eigene Elektronen abgeben. Das ist Deeskalation auf molekularer Ebene.  

Radikalfänger trennen sich also von einem Teil ihrer eigenen Struktur. Sie sind so aufgebaut, dass das besonders leicht von der Hand geht. Freie Radikale finden in ihnen also leichtere Beute als bei, salopp gesagt, fester gestrickten Molekülen.

Noch eine Besonderheit gibt es: Während normale Moleküle nach dem Raub ihrer Elektronen selbst radikalisiert werden, bleiben Antioxidantien weiterhin funktionsfähig. Sie halten also auch die zerstörerische Kettenreaktion auf.

☝️ Die Radikalfänger teilen ihre Elektronen freiwillig mit dem kaputten Molekül und unterbrechen die Kettenreaktion von oxidativem Stress.

Oxidationsschutz am Apfel-Beispiel

An einem Apfel lässt sich die Arbeit von Antioxidantien ganz prima veranschaulichen. Du kennst das: Du schneidest dir einen Apfel auf und sobald die Schnittflächen mit Sauerstoff in Berührung kommen, färben sie sich bräunlich. Das ist die Abwehrreaktion des Apfels. Seine Enzyme und Flavonoide bilden sofort ein Gespann zur Verteidigung.  

Nun macht das den Apfel nicht gerade appetitlicher. Wenn du aber gleich Zitronensaft darüber träufelst, wird die enzymatische Abwehr überflüssig. Jetzt schützen ihn Antioxidantien alias Vitamin C und das Fruchtfleisch behält seine frische Farbe.

Woher bekommst du Antioxidantien?

Das Apfel-Zitronen-Beispiel zeigt es schon: Ein ganz wichtiger Lieferant von Antioxidantien ist die Nahrung. Bei vielen davon handelt es sich um Vitamine, vor allem Vitamin C und E. Aber auch Pflanzenfarbstoffe wie Carotinoide gehören dazu. Radikalfänger kommen also besonders reichlich in frischem Obst und Gemüse vor. Vor allem einige Beerensorten sind randvoll mit Antioxidantien. Damit hat sich die Heidelbeere zu Recht ihren Platz als heimisches Superfood verdient.

Da viele Vitamine beim Kochen zerstört werden, sind vor allem frische, rohe Früchte gute Lieferanten. Wenn du sie verarbeitest, zum Beispiel zu einem Smoothie, solltest du den nicht zu lange herumstehen lassen. Denn einige Vitamine, darunter auch Vitamin C, sind wasserlöslich.

🍋 In jedem Fall gilt: Lieber frisch und gesund essen als Nahrungsergänzungsmittel und Vitamintabletten schlucken. Laut Verbraucherzentrale geht die Forschung davon aus, dass die isolierten Wirkstoffe in solchen Präparaten eher kontraproduktiv wirken.

Antioxidantien für auf die Haut

Speziell für die Haut wirken auch einige kosmetische Inhaltsstoffe antioxidativ. Sie beugen Oxidationsschäden genau da vor, wo sie aufgetragen werden. Zu diesen Inhaltsstoffen gehören neben Vitaminen auch ätherische Öle und Pflanzenöle. Natürliche Öle enthalten im Gegensatz zu Mineralölen Antioxidantien, die sie vor dem Ranzigwerden bewahren.  

Aber auch Vitamine können topisch auf die Haut aufgetragen werden. Ihre Wirkung ist dann ganz ähnlich wie bei unserem Apfelbeispiel. Bei FIVE verwenden wir zum Beispiel Vitamin E (Tocopherol) zusammen mit dem oxidationsstabilen Jojobaöl. In dieser Kombination bekommt deine Haut eine Extraportion Oxidationsschutz und sie machen die Rezeptur insgesamt länger haltbar.

So hast du länger etwas von Kosmetik mit Antioxidantien

Da Sauerstoff oder UV-Licht die Oxidation anstoßen können, ist es wichtig Kosmetik richtig zu lagern. Also so, dass sie vor Licht, Wärme und Luft geschützt ist. Bewahre Cremes und Co. deshalb am besten an einem dunklen Ort auf, dein Spiegelschrank ist dafür bestens geeignet. Und achte darauf, Tiegel und Fläschchen immer nur kurz zu öffnen und wieder gut zu verschließen.  

🧊 Deshalb verpacken wir unsere FIVE Produkte übrigens in Blauglasflaschen und nicht in lichtdurchlässiges transparentes Glas. 

Fazit: Gesund leben und natürlich pflegen

Oxidativer Stress beschleunigt die Hautalterung und kann Krankheiten begünstigen, auch Hauterkrankungen. Deshalb ist es nicht nur für deine allgemeine Gesundheit, sondern auch speziell für die deiner Haut wichtig, dem entgegenzuwirken. Ganz vermeiden lässt er sich nicht, weil freie Radikale durch viele Einflüsse von außen vermehrt entstehen.

Was du tun kannst: Diesen Stress durch eine gute Zufuhr an Antioxidantien ausgleichen. Und zwar innerlich und äußerlich. 

  • Viel frisches Obst und Gemüse auf den Speiseplan setzen
  • Die Haut durch natürliche Kosmetik mit Antioxidantien unterstützen
  • Sport, ja bitte, aber nicht übertreiben
  • Nicht rauchen
  • Sonnenbaden und Stress reduzieren  

Ich hoffe, Radikalfänger und Co. sind jetzt keine leeren Schlagworte mehr für dich und du nimmst ein paar nützliche Infos mit. In unseren Hautpflegetipps findest du übrigens noch viel mehr davon!

Deine Anna

Unsere Naturkosmetik

«Keine Creme sollte mehr Inhaltsstoffe haben, als du an einer Hand abzählen kannst.»

Anna Pfeiffer