Parabene & Co. – welchen Kosmetik Inhaltsstoffen du lieber aus dem Weg gehst


Anna Pfeiffer |

Kosmetika sind dazu da, dich in deiner Haut und bis in die Haarspitzen wohlzufühlen. Schützen, pflegen, ausgleichen, bändigen, reinigen – so machen sorgsam zusammengestellte Inhaltsstoffe Kosmetik zu einer wahren Wohltat. Dass das nicht bei jedem Produkt dieselben sein können, ist klar. Doch sie sollten überschaubar sein und dir guttun. Deshalb Obacht bei Chemie-Cocktails, die oft nur auf oberflächliche Effekte abzielen.
 

Parabene & Co. – welchen Kosmetik Inhaltsstoffen du lieber aus dem Weg gehst – Five Skincare

Trend Naturkosmetik – Gib zu viel Chemie den Laufpass

In der Drogerie werben viele Packungen mit Pflanzenölen und Blütenextrakten. Aber wieviel Pflanzenpower steckt tatsächlich drin? Das verrät dir – theoretisch – die Liste der Inhaltsstoffe. Die zu lesen, ist zwar eine Kunst für sich, lohnt aber. Zumal sich um einige Stoffe Skandale und Mythen ranken.

Darunter Aluminium in Deos, Silikone in Shampoos und Mikroplastik in der Zahnpasta – einige der am häufigsten verwendeten Inhaltsstoffe in Kosmetika lesen sich wie eine Einkaufsliste für den Baumarkt. Natürlich klingt anders.

Doch warum ist das, was unser zartes Organ pflegen soll, so voller Chemie? Vieles davon sind Zusätze, die Konsistenz, Haltbarkeit, Farbe und Duft regulieren. Das können zwar auch natürliche Essenzen, die sind aber viel teurer als Ingredienzen aus Mineralöl.

Sind billige Inhaltsstoffe schädliche Inhaltsstoffe?

Das wäre zu pauschal gesagt. Schädlich wird es oft erst, wenn sich giftige Bestandteile abspalten und in unseren Kreislauf gelangen. Bei anderen Substanzen ist es eine Sache der Vorsicht. Denn oft ist unbekannt, wie sie sich langfristig auswirken. Die Frage ist also: Gehst du auf Risiko oder belastest du deinen Körper möglichst wenig?
 
Noch dazu zielen viele synthetische Mittelchen auf den Soforteffekt ab. Das ist als würdest du deine Haut wie eine rissige Wand nur oberflächlich verputzen. Doch mit Trockenheit, Jucken und Pickeln gibt dein Körper dir eine Fehlermeldung.

Warnsignale nur zu unterdrücken, verschlimmert die Lage auf Dauer. Setze stattdessen auf wertvolle Ingredienzen, die deine Haut auch verstoffwechseln kann. Denn die unterstützen sie dabei, wieder ins Gleichgewicht zu kommen.  

Wissen, was drin ist

In EU und Schweiz herrscht Deklarationspflicht. Sprich, du findest alle Inhaltsstoffe auf der Verpackung oder dem Beipackzettel. Hinweise auf wertvolles Arganöl, Sheabutter oder auch vegane Kosmetik winken oft gleich auf der Vorderseite.

Hier steht meist auch, ob das Produkt frei von kritischen Substanzen wie Aluminium oder Parabenen ist. Ein guter Anhaltspunkt, aber nicht ohne Tücke. Dass ein umstrittener Stoff nicht enthalten ist, heißt schließlich nicht, dass keiner drin steckt.

Oft liest du übrigens auch ohne Mikroplastik oder ohne Palmöl auf Produkten, die den Stoff sowieso nicht enthalten würden. Das ist in Etwa so, als würde eine Molkerei mit glutenfreiem Naturjoghurt werben.

Die INCI-Liste lesen und verstehen

Und dann wäre da noch diese winzig-kleingedruckte Liste auf der Rückseite, die sogenannte INCI-Liste (steht für International Nomenclature of Cosmetic Ingredients).

 

"Schon die bloße Menge an teils englischen, teils lateinischen Namen verwirrt. Eine Gesichtscreme besteht zum Beispiel im Schnitt aus 20 bis 30 Inhaltsstoffen!"

Anna, Gründerin von FIVE – Naturkosmetik mit maximal 5 Inhaltsstoffen


Selbst wenn du die gefühlt 2-pt-winzige Schrift mit Omas Leselupe entziffert hast, erklärt das noch lange nicht, was die Stoffe bewirken. Deshalb hier ein paar Beispiele, die in vielen Kosmetika vorkommen.

Parabene – Die Konservierungsmittel ähneln in ihrer Struktur Östrogen. Deshalb stehen sie in Verdacht, den Hormonhaushalt zu beeinflussen. Versuche mit Ratten legen diesen Effekt nahe [1] . Zudem haben Forscher herausgefunden, dass Parabene im Körper eingelagert werden [2] . Wie genau sich das langfristig auswirkt, ist unklar. Denn Langzeitstudien gibt es noch nicht.

Silikone – Du erkennst sie an den Endungen -icone und -iloxane. Früher wurden nicht-wasserlösliche Silikone verwendet, die die Haare quasi verkleisterten. Das machte sie mit der Zeit stumpf. Nun werden meist Wasserlösliche verwendet.

Trotzdem bleibt die Frage: Möchte ich so viel Künstliches auf Haut und Haar? Denn, wie man es dreht und wendet, Silikone stoßen weder die Regeneration an, noch liefern sie Nährstoffe. Pflanzenöle leisten das sehr wohl, inklusive glätten und Feuchtigkeit regulieren. Und in diesem Artikel erfährst du mehr über die Top-Alternative zu Haaröl ohne Silikon: Squalan.

Aluminium – Aluminium steht im Verdacht, Krebs und andere Krankheiten zu begünstigen. Allerdings kommt das Metall in Kosmetika in verschiedenen Verbindungen vor. Einige sind so stabil, dass sie als unbedenklich gelten. Kritisch sind jedoch Aluminium-Salze, die dir als Aluminium Chloride oder Aluminium Chlorhydrate häufig in Deos begegnen. Denn in wasserlöslicher Form kann sich das Aluminium herauslösen und in deinen Kreislauf gelangen.

Forscher untersuchen zwar noch, wie genau Aluminium mit dem Brustkrebsrisiko zusammenhängt, doch es ist ratsam, auf Deos mit diesem Stoff zu verzichten. Das empfiehlt das Bundesamt für Risikobewertung. Denn wir nehmen über Lebensmittel und andere aluminiumhaltige Produkte schon so viel davon auf, dass die wöchentliche Höchstgrenze schnell erreicht ist [3] .

Emulgatoren – Glyceryl Oleate, Glyceryl Stearate und andere Emulgatoren verbinden Öl mit Wasser und kommen deshalb in den meisten Lotionen vor. Das Problem: Sie verbleiben auf der Haut. Beim nächsten Kontakt mit Wasser verbinden sie es mit hauteigenem Fett und spülen es einfach weg. So verliert die Haut ad hoc ihr Schutzschild.

Dem Thema haben wir einen eigenen Artikel gewidmet. Unter Spannung aus der Cremetube: wie Emulgatoren deine Haut austrocknen erfährst du, wie du Emulgatoren meidest.

Zu wenig des Guten – was die Reihenfolge der INCI-Liste aussagt

Die Platzierung der Inhaltsstoffe in der INCI-Liste spricht Bände. Sie werden nämlich in absteigender Reihenfolge aufgelistet. Vom Erstgenannten ist also am meisten enthalten, vom Letztgenannten am wenigsten. So verrät dir die INCI-Liste auch, ob der Lobgesang auf natürliche Öle und Vitamine von der Vorderseite der Packung vielleicht nur eine Verkaufsmasche ist.

Skeptisch solltest du vor allem dann sein, wenn Werbeaussage und Preis nicht recht zusammenpassen. Bei einer Riesentube Bodylotion für 3,50 €, die groß mit Arganöl wirbt, ist der Anteil des teuren Öls sicher verschwindend gering.

4 Tipps für weniger Chemie auf der Haut

Zum Glück kannst du mit diesen Tricks aus dem Angebotsozean Produkte herausfischen, die dich nachhaltig verwöhnen.

Tipp 1: Setze auf Naturkosmetik

Hier kannst du sicher sein, dass keine Parabene, Silikone, PEGs und Co. drinstecken, die bei konventioneller Kosmetik ganz weit vorn auf der Zutatenliste stehen. Auch Mineralöle und ihre Derivate findest du hier nicht.

Tipp 2: Verwende Produkte mit wenigen Inhaltsstoffen

Hier ist die Zusammensetzung nicht nur überschaubar, weniger Inhaltsstoffe bedeuten auch weniger Potential für negative Reaktionen. Gerade empfindliche Haut wird dir das danken. Das war übrigens der Gedanke hinter der Gründung von FIVE. Denn bei uns enthält jedes Produkt, wie der Name schon sagt, maximal 5 Inhaltsstoffe.

Tipp 3: Mach dir die Mühe, die Inhaltsstoffe nachzuschlagen

Im Ernst?! Wo die Listen doch unendlich sind? Keine Bange, Hilfe naht. Apps wie Codecheck oder die INCI-App von haut.de machen es dir leicht. Die INCI-App verrät dir alles über Funktion, Vorkommen und Art einzelnen Inhaltsstoffe. Bei Codecheck scannst du einfach den Barcode und die App verrät dir, was drin ist, was es bewirkt und ob das Produkt laktose-, glutenfrei oder vegan ist. Die FIVE Produkte findest du auch auf Codecheck.

Tipp 4: Achte auf den Bio-Anteil

Naturkosmetik ist nicht unbedingt bio. Letzteres ist quasi noch eine Güteklasse darüber. Allerdings sind Bio-Rohstoffe massiv teurer als konventionelle. Doch wir finden, es lohnt sich. Gerade Pestizide sind nämlich in Öl löslich und gelangen so auf deine Haut. Die Bio-Herkunft schreiben die meisten Hersteller in der INCI-Liste dazu. Wir übrigens auch.

Dufte Düfte – ein Wort zu Allergien

Linalool, Limonene, Farnesol, Geraniol, Citronellol – diese Stoffe findest du auf vielen INCI-Listen. Auch auf unseren. Es handelt sich um natürliche Bestandteile von ätherischen Ölen oder Hydrolaten. Sie enthalten die konzentrierte Pflanzenkraft. Deshalb kann es sein, dass der eine oder andere darauf allergisch ist. Die EU hat 26 allergen wirkende Bestandteile definiert, die immer separat in der Liste der Inhaltsstoffe ausgewiesen sind. Als Allergiker solltest du also genau hinschauen oder zu duftfreien Produkten greifen.
 

Fazit: Setze auf ehrliche Inhaltsstoffe für eine echte Wirkung. Bei wenigen Inhaltsstoffen lässt sich auch nichts verstecken. Natürlich sollten sie sein. Bio ist ideal. So halten wir es hier bei Five Skincare.
 

Mit Produkten von FIVE hast du die INCI-Liste auf einen Blick erfasst und mehr Zeit zu strahlen.

Mit Produkten von FIVE hast du die INCI-Liste auf einen Blick erfasst und mehr Zeit zu strahlen.


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